Krankenkassenprämien belasten vor allem Senioren

Haushalte mit älteren Paaren werden prozentual am höchsten durch die Prämien der Grundversicherung belastet. Erst ­danach folgen Alleinerziehende und Paare mit Kindern. Dies zeigt eine neue Erhebung der Ärzteorganisation FMH.

Das neue Zahlenmaterial der FMH liefert wichtige Fakten der obligatorischen Prämienbelastung verschiedener Haushaltstypen und Einkommensgruppen in der Schweiz.

Eines der Resultate: Über alle Haushalte betrachtet, werden 5,7 Prozent des Bruttoeinkommens beziehungsweise 7,2 Prozent des verfügbaren Einkommens für die Prämien der Grundversicherung ausgegeben.

Als Basis der Erhebung der Ärzteverbindung FMH dient die Haushaltsbudget-Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS). Dort stellen die Statistiker Prämien- und andere Gesundheitsausgaben relativ zum Bruttohaushalts-Einkommen und zum verfügbaren Einkommen dar.

Deutliche Unterschiede der Prämienlast
Zwischen den Einkommensgruppen bestehen deutliche Unterschiede: Das Fünftel der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen bezahlen 12,3 Prozent ihres Bruttoeinkommens beziehungsweise 14,4 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für OKP-Prämien.

Beim wohlhabendsten Fünftel der Haushalte sind es nur 3,5 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent.

Vier Fünftel kommt auf weniger als 10 Prozent
Die 60 Prozent der Haushalte der mittleren Einkommensgruppen wenden durchschnittlich zwischen 5,3 Prozent und 8,2 Prozent des Brutto­einkommens beziehungsweise zwischen 6,7 Prozent und 9,9 Prozent des verfügbaren Einkommens für die Grundversicherung auf.

Dabei weisen diese 60 Prozent der Haushalte der mittleren Einkommensgruppe ein ­Bruttoeinkommen zwischen 5'021 und 13'687 Franken pro Monat auf. Insgesamt variiert das durchschnittliche Bruttohaushalts-Einkommen zwischen 3’542 Franken und 20’302 Franken.

Das Zahlenmaterial hat auch politische Implikationen: Während die Haushalte mit niedrigem Einkommen einen deutlich spürbaren Anteil ihrer Einkünfte für steigende Prämien verwenden müssen, benötigen vier von fünf Einkommensklassen hierfür durchschnittlich weniger als zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens. Das finanzkräftigste Fünftel sogar unter fünf Prozent.

Bringen Prämien Familien ans Limit?
Vor allem aufgegliedert nach Haushaltstyp und nach Einkommensgruppe zeigt das von der FMH aufbereitete Zahlenmaterial: Prämien belasten nicht Familien mit Kindern am meisten. Es sind Haushalte mit älteren Paaren und Einzelpersonen, die durchschnittlich die höchsten prozen­tualen Ausgaben für die obligatorischen Krankenkassenprämien aufweisen.

Erst ­danach folgen Alleinerziehende und Paare mit Kindern. Den geringsten prozentualen Aufwand weisen kinderlose Haushalte von Einzelpersonen oder Paaren unter 65 Jahren auf. Deren Prämienzahlungen machen etwa vier Prozent des Bruttohaushalts-Einkommens beziehungsweise fünf bis sechs Prozent des verfügbaren Einkommens aus, so die Analyse.

Auch niedrigere Ausgaben können ins Gewicht fallen
Die Paarhaushalte der niedrigsten Einkommensgruppe verwenden 20,6 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Prämienzahlungen. Bei Paaren mit Kindern sind es in der niedrigsten Einkommensgruppe 13,6 Prozent.

Bei der Interpretation sei jedoch Vorsicht geboten, schreiben die beiden Studienautoren Nora Wille und Jürg Schlup: Da Familien mit ihrem Einkommen höhere Aufwendungen bestreiten müssten als Seniorenhaushalte, könnten auch prozentual niedrigere Ausgaben für sie stärker ins Gewicht fallen.

Tessin gibt am meisten für Prämien aus
Die umfangreiche Analyse gibt darüber hinaus Aufschluss über die verschiedenen Sprachregionen: So gibt die deutsche und rätoromanische Schweiz nur 5,4 Prozent des Bruttohaushalts-Einkommens für Prämien der Grundversicherung aus, die Romandie hingegen 6,1 Prozent. Die italienische Schweiz 6,9 Prozent.

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