Wie Senioren und Studenten unter einem Dach wohnen

Immer mehr Senioren und Studierende gründen gemeinsam Wohngemeinschaften. Im Vordergrund steht dabei der Austausch zwischen den Generationen, aber auch das längere, selbstbestimmte Wohnen von immer älter werdenden Menschen.

Dass wir immer älter werden, wirkt sich auch auf das Wohnen aus. Viele Senioren möchten möglichst lange selbstbestimmt in ihrer gewohnten Wohnumgebung leben. Oft verfügen sie über Wohnraum, den sie selbst nicht mehr vollständig nutzen können – die Kinder sind vor Jahren ausgezogen, der Hobbyraum ist verwaist, die Treppen ins obere Stockwerk sind zu steil. Damit diese älteren Menschen in der eigenen Wohnumgebung bleiben können, brauchen sie Hilfe und Unterstützung im Alltag, im Haus, im Garten und bei kleinen Erledigungen. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Studierende, denen es schwer fällt, bezahlbaren Wohnraum zu finden, die aber über Zeitressourcen verfügen. Manchmal lohnt es sich, um die Ecke zu denken. Wieso also nicht Senioren und Studierende zusammenbringen? Wir stellen ihnen verschiedene aktuelle Projekte vor, die Generationen unter einem Dach vereinen:

Ein Quadratmeter Wohnraum für eine Stunde Arbeit pro Monat

Die Idee der generationenübergreifenden Wohnpartnerschaften hat sich das Projekt „Wohnen für Hilfe" auf die Fahne geschrieben. Ältere Personen bieten Studierenden Wohnraum an und werden dafür nicht mit Geld entschädigt, sondern in Form von Dienst und Hilfeleistungen. Als Tauschregel gilt: eine Stunde Hilfe pro Monat und Quadratmeter Wohnraum zuzüglich Nebenkosten. „Jede Geschichte ist auf ihre Art eine Erfolgsgeschichte“, sagt Andrea Ziegler, Projektverantwortliche von Pro Senectute.

Die Welt kommt zu den Senioren, nicht sie zur ihr

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Pro Senectute. Die Vermittlungs- und Kontaktstelle „Wohnen für Hilfe“ hat den Betrieb Anfang Juni 2009 aufgenommen und war damit das erste ernsthaft angelegte Vermittlungsprojekt dieser Art in der deutschsprachigen Schweiz. Erste Erfahrungen zeigen: Neben den nachgewiesenen finanziellen Einsparungen für die Wohnpartner ist die intergenerative WG vor allem zwischenmenschlich ein Erfolg. „Es geht nicht nur um Hausarbeit, es geht vielen Senioren auch darum, dass wieder Leben ins Haus kommt. Gewisse blühen richtiggehend auf dank des studentischen Mitbewohners“, erzählt Andrea Ziegler, die für Pro Senectute Studierende und Senioren vermittelt. Die meisten Senioren bleiben dem Wohnmodell treu. Damit wurden die Erwartungen von Pro Senectute nach einer ersten dreijährigen Pilotphase übertroffen. Kein Wunder also, dass sich mittlerweile mehrere ähnlich gelagerte Projekte etabliert haben.

Giesserei – selbstverwaltetes Mehrgenerationenhaus in Winterthur
Mit einem innovativen Gesamtkonzept entstand in Winterthur ein Mehrgenerationenhaus der Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen (GESEWO). Das Projekt präsentiert gleich mehrere Lösungsansätze zur Entwicklung einer partizipativen Siedlungskultur, in der verschiedene Generationen voneinander profitieren.

Mehr als Wohnen in der Stadt Zürich
Auf dem Hunzikerareal im Nordosten von Zürich wird ein zukunftsweisendes Siedlungsprojekt mit 450 Wohnungen realisiert. Das zukünftige Wohn-, Arbeits- und Versorgungsangebot hat Pioniercharakter für den gesamten Wohnungsmarkt.

Wohn- und Betreuungsangebote fürs Älterwerden
Selbstbestimmt und trotzdem in Gemeinschaft leben im Alter, dafür setzt sich auch die Age-Stiftung ein. Sie fördert Wohn- und Betreuungsangebote fürs Älterwerden in der deutschsprachigen Schweiz mit finanziellen Beiträgen. Sie investiert in zukunftsfähige Projekte um die Breite und Vielfalt von Wohnmöglichkeiten im Alter zu fördern.

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