FOOD NINJAS KÄMPFEN GEGEN FOOD WASTE IN DER SCHWEIZ

In der Schweiz geht ein Drittel aller essbaren Lebensmittel verloren. Jährlich werden 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel, die eigentlich zum Verzehr vorgesehen waren, weggeworfen (Food Waste). Das entspricht 4,5-mal dem Gewicht der Schweizer Bevölkerung. Diese Verschwendung belastet nicht nur das Portemonnaie, sondern schadet auch der Umwelt. Unter der Leitung der Stiftung Pusch will eine breite Allianz von Bund, Kantonen, Gemeinden, Unternehmen und Verbänden diesen Zustand ändern.

Die rund 70 Allianzpartner in Bern eine nationale Kampagne gegen die Lebensmittelverschwendung lanciert. Damit wollen sie die Öffentlichkeit für die Problematik von Food Waste sensibilisieren und Konsumentinnen und Konsumenten motivieren, «Food Ninjas» zu werden. Denn wenn alle einen Beitrag leisten, kann der Anteil essbarer Lebensmittel im Abfall reduziert werden.

Lebensmittelverschwendung ist in der Schweiz ein grosses Problem, denn nicht weniger als ein Drittel aller Lebensmittel wird über alle Stufen der Lebensmittelkette auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verschwendet. Gemäss Berechnungen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) entsteht ein grosser Teil der vermeidbaren Abfälle in den Haushalten. Allein bei uns zu Hause gehen pro Person und Jahr rund 90 kg essbare Lebensmittel verloren.

Food Waste hat drastische Folgen für Umwelt, Klima, Mensch und Tier
Die Herstellung von Lebensmitteln ist zeit- und ressourcenintensiv. Ein Drittel der Lebensmittel wird verschwendet und damit auch sämtliche Ressourcen, die für deren Produktion und Distribution angefallen sind. Die Liste dieser kostbaren Ressourcen ist lang: Land, Wasser, Energie, Treibstoff und weitere Güter wie Düngemittel, Pestizide, Chemikalien und Verpackungsmaterialien. Die dadurch entstandenen Emissionen schädigen das Klima und führen zu Biodiversitätsverlusten. Je später in der Wertschöpfungskette Lebensmittel verloren gehen, desto höher ist die Umweltbelastung. Diese Verschwendung von Lebensmitteln verschärft ökologische, wirtschaftliche und soziale globale Herausforderungen und ist ethisch verwerflich. Die Vermeidung von Food Waste in der Gastronomie und in den Privathaushalten ist daher besonders wichtig.

Konsumentinnen und Konsumenten sensibilisieren
Die Initiative «SAVE FOOD, FIGHT WASTE.» klärt Konsumentinnen und Konsumenten über die Problematik von Food Waste auf und vermittelt einfache Tipps und Wissen, um Food Waste im eigenen Handlungsspielraum zu vermeiden. Nach Jahren der gemeinsamen Anstrengung sind die Schweizerinnen und Schweizer heute Weltmeister im Recycling.

Für die Initiative ist klar: Wenn alle einen vergleichbaren Effort wie beim Recycling leisten, schafft die Schweiz es auch, den Food Waste drastisch zu reduzieren. Mit der Reduktion von Food Waste leistet jeder unmittelbar etwas für die Umwelt und spart damit auch viel Geld.

Die Initiative «SAVE FOOD, FIGHT WASTE.»
Die Kampagne «SAVE FOOD, FIGHT WASTE.» setzt beim Verhalten von uns Konsumentinnen und Konsumenten an. «Food Ninjas» zeigen, wie wir Lebensmittelabfälle wirksam vermeiden können. Als Teil einer wachsenden Bewegung kämpfen sie mit Herz, Kreativität und Verstand gegen Lebensmittelabfälle. Angeführt wird die Bewegung von einem Food Ninja Grosi. Sie geht mit gutem Beispiel voran und lädt alle ein, ihrem Beispiel zu folgen. Ihr Credo ist denkbar einfach: «geniessen statt wegwerfen!».

Auf der Webplattform www.savefood.ch stellt die Sensibilisierungskampagne Hintergrundwissen zur Verfügung. Sie zeigt mit cleveren Tipps und Tricks, wie einfach und lustvoll Food Waste zu Hause vermieden werden kann. Beispielsweise durch nützliche Orientierungshilfen zur Haltbarkeitsverlängerung und Tipps für den Umgang mit Resten unterwegs. Anhand eines einfachen Food-Ninja-Tests kann zudem jeder User mehr über seine persönlichen Food-Waste-Fallen erfahren.

Einmalige Allianz
Will die Schweiz Food Waste reduzieren, sind Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch alle Akteure der Lebensmittelbranche gefordert. Die Initiative «SAVE FOOD, FIGHT WASTE.» wird bereits von einer starken und wachsenden Allianz institutioneller Partner unterstützt. Zu den heute 69 Partnern zählen drei Bundesämter, 20 Kantone, zehn Gemeinden und Abfallzweckverbände, Interessengemeinschaften von Konsumenten, Bauern und Detailhandel sowie zahlreiche grosse und mittlere Unternehmen und Food-Save-Initiativen. Sie alle engagieren sich mit verschiedenen Massnahmen für die Vermeidung von Food Waste. Für die Zielerreichung ist es zentral, so breit abgestützt zu sein. Für Kampagnenleiterin Clivia Bucher bei Pusch ist klar: «Food Waste ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und hat drastische Folgen. Wenn alle Akteure der Lebensmittel‐Wertschöpfungskette und die Konsumentinnen und Konsumenten ihren Beitrag leisten, lässt sich dieses Problem lösen. Die Breite unserer Allianz setzt ein starkes und gemeinschaftliches Zeichen gegen Food Waste und für die Wertschätzung und den Genuss unserer Lebensmittel.».

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