Das BAG informierte heute über das Coronarvirus.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat heute über das Coronavirus (2019-nCoV) informiert. In der Schweiz gibt es vorerst Entwarnung. Die bisher bekannten zwei Triemli-Fälle haben sich als harmlos erwiesen. Weltweit sind 4473 erkrankt und bereits 107 Personen verstorben. Alleine deren 100 in Hubai, dem Ursprungsort der Krankheit. Auffallend ist dabei, dass nach bisherigen Erkenntnissen die Mehrheit der bisherigen Todesfälle in China auf ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen zurück geht.

Heute um 11 Uhr informierten Daniel Koch, der Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG, an einer Pressekonferenz in Bern. Flankiert wird er von Patrick Mathys, dem Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG und Professorin Isabella Eckerle, der Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf.

Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse und den epidemiologischen Daten ist die Mensch-zu-Mensch-Übertragung bewiesen. Wie hoch das Ansteckungsrisiko von Mensch zu Mensch ist, kann bisher noch nicht beurteilt werden. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Virus allenfalls bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome übertragen werden könnte.

Neben Wuhan wurden weitere Fälle in einer Vielzahl von grösseren chinesischen Städten bestätigt. Ausserhalb Chinas wurden bisher Fälle in 13 Ländern durch die nationalen Behörden bestätigt. Das Virus hat inzwischen auch Europa erreicht: In Frankreich sind drei Erkrankungen aufgetreten, in Deutschland ist ein Fall bekannt. 

Die Karte der Johns Hopkins-Universtität zeigt den aktuellen Stand der Erkrankungen quasi in Echtzeit.

Risiko und Massnahmen für die Schweiz
An der Pressekonferenz wurde betont, dass die Lageentwicklung in der Schweiz und weltweit aufmerksam verfolgt werde.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt das Risiko einer Einschleppung aktuell als moderat bis hoch ein. Gleiches gilt für die Schweiz. Einzelne Fälle sind auch in der Schweiz nicht auszuschliessen. Massnahmen bei der Einreise in die Schweiz – wie sie nach einigen Ländern in Südostasien nun auch in London und Rom ergriffen wurden – sind derzeit nicht angezeigt.

Das Nationale Referenzzentrum für neuauftretende Viruserkrankungen (NAVI) in Genf ist in der Lage, das neue Coronavirus labordiagnostisch nachzuweisen. Verdachtsfälle würden gemäss den bestehenden Richtlinien für MERS abgeklärt und, falls nötig, behandelt.

Das BAG bereitet sich mit seinen Partnern auf mögliche Szenarien einer weiteren Ausbreitung des neuen Coronavirus vor.

Seit 16. Januar könne das Unispital Genf Personen mit Verdacht auf das Corona-Virus testen, wie Professorin Isabella Eckerle, die Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen am Universitätsspital, sagte. Es gebe eine Taskforce. Mittlerweile arbeite das Labor jeden Tag. Der Test werde dreimal pro Tag laufen. Bislang gebe es keinen bestätigten Fall in der Schweiz.

Wie gefährlich ist die Krankheit?

Auf Grund der Daten von hospitalisierten Patienten gefährde das neue Virus eher ältere Menschen sowie Menschen mit Grunderkrankungen, so Eckerle. Erkrankungen bei unter 30-Jährigen oder Kindern seien erst wenige bekannt. Angesichts der sich stündlich ändernden Zahlen seien solche Zahlen aber «mit Vorsicht zu betrachten». Um sich anzustecken sein ein Kontakt mit einem Infizierten von unter einem Meter Distanz nötig und dies eine Zeit lang, so Koch.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Schweiz keine weiteren Massnahmen gegen das Corona-Virus ergreift – weder an den Flughäfen noch im täglichen Leben. Dies zumindest vorerst. «Die Gefahr, sich in der Schweiz mit dem Corona-Virus anzustecken, ist derzeit sehr tief», so die Begründung des BAG. Die Alarmbereitschaft ist jedoch sicherlich hoch – auch weil die Lage in China unübersichtlich ist.

Verhaltensmassnahmen bei Reisen in gefährdete Gebiete:

  • Gute persönliche Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen
  • Meiden von Märkten, an denen lebendige oder tote Tiere gehandelt werden
  • Eier und Fleisch nur gut durchgekocht essen
  • Kein Kontakt mit lebenden Tieren und deren Exkrementen
  • Möglichst kein Kontakt mit Personen mit respiratorischen Symptomen
  • Beachten der lokalen Weisungen und Empfehlungen
  • Rückreisende aus China, die mit Atembeschwerden oder Krankheitssymptomen zurückkehren, sollten – nach vorgängiger telefonischer Kontaktaufnahme – eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und dabei auf die Chinareise hinweisen.
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