Erster Corona-Fall in der Schweiz bestätigt

Bei einer Person aus dem Kanton Tessin wurde das neue Coronavirus 2019-nCoV nachgewiesen. Die Person ist hospitalisiert und isoliert. Ihr Gesundheitszustand ist gut. Um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu verstärken, nahm Bundesrat Alain Berset heute in Rom an einem Treffen mehrerer Gesundheitsminister teil.

Die erkrankte Person hielt sich vor rund 10 Tagen in Italien auf. Dort hatte sie an einer Versammlung in der Nähe von Mailand teilgenommen.

Die Analyse des Referenzlabors für neu auftretende Viruserkrankungen (NAVI) in Genf hat den Verdacht bestätigt, dass die Person am neuen Coronavirus erkrankt ist. Dies ist der erste bestätigte Fall in der Schweiz.

Nahe Kontakte der erkrankten Person werden informiert und unter Quarantäne gestellt. Kanton und Bund ergreifen alle Massnahmen zur Prävention einer Übertragung des Virus auf weitere Personen. Hierzu gehören die Identifikation möglicher weiterer Kontaktpersonen und deren Überwachung in Quarantäne in den kommenden 14 Tagen.

Trotz dieses ersten in der Schweiz diagnostizierten Falls ändert sich nichts an der Einschätzung der Gefährdung: Das neue Coronavirus stellt zurzeit für die Bevölkerung der Schweiz ein moderates Risiko dar. Mit der steigenden Zahl bestätigter Fälle auf der ganzen Welt und vor allem in Norditalien besteht die Wahrscheinlichkeit, dass auch in der Schweiz weitere Infektionsfälle diagnostiziert werden. Die medizinischen Einrichtungen in der Schweiz sind darauf vorbereitet, Verdachtsfälle frühzeitig erkennen und abklären zu können sowie weitere erkrankte Personen zu versorgen.

Die Schweiz steht im engen Austausch mit den umliegenden Ländern und Nachbarstaaten. Bundesrat Alain Berset ist heute auf Einladung Italiens in Rom mit den Gesundheitsministern von Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Kroatien und Slowenien zusammengekommen, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu verstärken. Der enge Kontakt auf Ministerebene wird fortgeführt.

Bisher wurden bei rund 300 Personen in der Schweiz mit Verdacht auf das neue Coronavirus abgeklärt. Dabei wurden Abstriche aus Nase und Hals in Diagnose-Labors untersucht. Mehrere Personen sind in ihrem Wohnkanton in Quarantäne. Sie müssen in ihrer Wohnung bleiben und den Kontakt zu anderen vermeiden. 70 Tests sind aktuell noch hängig. 

Das neue Coronavirus wurde erstmals Anfang 2020 in der chinesischen Provinz Hubei nachgewiesen. Gemäss Behördenangaben sind weltweit inzwischen mehr als 80 000 Erkrankungsfälle bestätigt.

Das Bundesamt für Gesundheit informierte an einer Medienkonferenz am Dienstag, 25.2.2020. Der Kanton Tessin informierte gleichzeitig in Bellinzona.

Was tun? Das Bundesamt für Gesundheit schlägt vor:

  • Waschen Sie sich regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder nutzen Sie ein Hand-Desinfektionsmittel.
  • Niesen oder husten Sie in ein Taschentuch; oder wenn sie keines haben, in Ihre Armbeuge.

 Bild: Screenshot Youtube/Pressekonferenz


Welche Symptome verursacht das Coronavirus? 

Zu Beginn (d.h. nach der Inkubationszeit) tritt oft ähnlich wie bei einer Grippe ein unspezifisches Unwohlsein, Müdigkeit und Fieber auf. Es folgen meist Atemwegssymptome, typisch ist ein trockener Husten. Weniger häufige Symptome sind: Kopfschmerzen, selten Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Nur sehr selten wurden Schnupfen und Halsschmerzen beobachtet (dies spricht eher für eine «gewöhnliche Erkältung»).

In vielen milderen Fällen bleiben die erwähnten Symptome über einige Tage bestehen, bevor man wieder gesund wird.

Im Fall eines schweren Erkrankungsverlaufs kann es nach rund einer Woche zu Kurzatmigkeit sowie im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung (= Pneumonie) mit Atemnot und Befall weiterer Organsysteme kommen.

Häufiger von einem schweren Erkrankungsverlauf betroffen sind vorwiegend ältere Menschen und Menschen mit einer chronischen Vorerkrankung (insbesondere Bluthochdruck, Herz- und Lungenerkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen). Einzelne schwere Fälle betrafen auch jüngere, zuvor gesunde Personen.

Es ist zurzeit noch unklar, wie häufig solche schweren Verlaufsformen bei einer Infektion durch das neue Coronavirus auftreten, die Mehrzahl zeigt jedoch einen milden Verlauf. Mindestens 10 Prozent der Erkrankten haben kein Fieber, und bei einigen tritt kein Husten auf. Bei mehreren Personen wurde eine Infektion mit dem neuen Coronavirus nachgewiesen, die gar keine Symptome zeigten.

Zurzeit ist unklar, wie hoch die Sterblichkeit (= die sogenannte «Letalität» bzw. «Case Fatality Ratio; CFR») bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus ist. Zurzeit wird davon ausgegangen, dass die Sterblichkeit bei einer 2019-nCoV-Erkrankung unter 3 Prozent liegt. (Zum Vergleich: die Sterblichkeit bei Masern liegt bei rund 0,1 Prozent, diejenige von SARS lag bei rund 10 Prozent; bei MERS liegt sie bei 35 Prozent).

Der Verlauf dieser Epidemie in den nächsten Tagen und Wochen wird hierzu mehr Klarheit schaffen.

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