Ältere Menschen: Opfer von Finanzmissbrauch

Pro Senectute Schweiz hat zusammen mit dem Institut zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität der Fachhochschule Neuenburg (ILCE, HEG Arc) erstmalig eine repräsentative Studie zum Ausmass des Finanzmissbrauchs bei Menschen im Alter ab 55 Jahren durchgeführt. Die Schadenssumme sowie die Opferzahlen zeigen, dass Handlungsbedarf besteht.

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Senioren droht die Armut

  • Publiziert in Politik

Düster. Sehr düster. Für viele Schweizer, die an der Schwelle zur Pensionierung stehen und bald ins Lager der Senioren wechseln werden, verpricht die Zukunft nichts Gutes. Es droht eine schmerzliche Armut. Das melden verschiedene Medien - unter ihnen der «Beobachter».

Derweil der Bundesrat die Mittel für die Armutsbekämpfung drastisch kürzt (von 9 auf 2.7 Millionen Franken), brodelt es im Leben ausserhalb der Amtsstuben. Doch davon kriegen die Politiker (noch) nichts mit. Sie sehen nichts, höhren nichts - tun nichts - oder das Falsche. Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2016 waren in der Schweiz insgesamt 30'110 Personen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren auf Sozialhilfe angewiesen:  Plus 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2011.

Gut qualifizierte Arbeitnehmer über 55 Jahre landen nach einer Kündigung immer öfter auf dem Sozialamt. Die Zahl würde eigentlich noch deutlich höher ausfallen, wenn nicht so viele dieser Personen auf ihr Erspartes zurückgreifen oder ins Ausland abwandern würden. Dabei haben die meisten von ihnen in der Regel durchaus ein mustergültiges, gutbürgerliches Leben geführt: Regelmässig ein Leben lang gearbeitet, ein Leben lang Weiterbildungen absolviert und jeweils pflichtbewusst die Steuern einbezahlt. Nichts hätte auf die drohende Altersarmut hingedeutet. Und doch finden sie sich kurz vor dem Rentenalter «am Rand der Gesellschaft» wieder, wie der «Beobachter» schreibt.

Wenn über 55-Jährige in der Schweiz ihren Job verlieren, haben sie äusserst miese Chancen, überhaupt wieder eine feste Arbeit zu finden und sich in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. Noch schlimmer steht es um Ausgesteuerte, die aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik fallen. Wer Glück im Ungklück hat, oder eben über genügend Kapital verfügt, verlässt die Schweiz. Wie der im Beobachter zitierte Otto Bachmann. Das ehemalige Mitglied der Unternehmensleitung der Office World AG sagt: «Wenn die Leute wüssten, wie viele über 50 ohne Job sind, ginge ein Aufschrei durchs Land.» 

Armut im Alter - eine logische Folge
Bachmann hat sich übrigens wie viele andere freiwillig aus dem Sozialstaat verabschiedet. Denn wer ausgesteuert ist, muss erst das Vermögen bis auf 4000 Franken aufbrauchen – unter Umständen samt dem PK-Kapital und dem Verkauf des Wohneigentums –, bevor er Sozialhilfe erhält. Armut im Alter ist die logische Folge. 

Das bürgerlich dominierte Parlament kümmert das wenig. Gemäss Statistik leben in der Schweiz 615'000 Personen unter der Armutsgrenze - und 358'500 Millionäre. Letzteren wollen die Volksvertreter Steuergeschenke machen, während den Ärmsten Ergänzungsleistungen und Prämienverbilligungen gekürzt, zum Teil sogar gestrichen werden. Düster. Sehr düster.

Armutsgrenze
Im Jahr 2016 betrug die Armutsgrenze durchschnittlich 2247 Franken pro Monat für eine Einzelperson und 3981 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren.Die Armutsgrenze orientiert sich an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) und besteht aus einem Pauschalbetrag für den Lebensunterhalt, den individuellen Wohnkosten sowie monatlich 100 Franken pro Person ab 16 Jahren für weitere Auslagen. (Quelle: Bundesamt für Statistik)
 
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