Warum immer mehr Senioren zu Cannabis greifen Empfehlung

In den letzten Jahren erlebte Cannabis in der Medizin eine Renaissance. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum therapeutischen Potenzial von Cannabisprodukten hat sich verbessert und über das Internet verbreitet. Gerade die Bevölkerungsgruppe der Senioren, die oft verschiedene, rezeptpflichtige Medikamente einnehmen, können von Cannabis profitieren. Foto: pixabay In den letzten Jahren erlebte Cannabis in der Medizin eine Renaissance. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum therapeutischen Potenzial von Cannabisprodukten hat sich verbessert und über das Internet verbreitet. Gerade die Bevölkerungsgruppe der Senioren, die oft verschiedene, rezeptpflichtige Medikamente einnehmen, können von Cannabis profitieren. Foto: pixabay

Ein Pflegeheimbewohner in der Schweiz nimmt im Schnitt laut dem Arzneimittel-Report der Krankenkasse Helsana 9,3 Medikamente am Tag ein. Insgesamt wurden 2016 dafür 210 Mio. Franken ausgegeben. In den kommenden Jahren wird die Anzahl der Senioren, die an altersbedingten oder chronischen Krankheiten leiden stark steigen und das Schweizer Gesundheitssystem vor eine grosse Herausforderung stellen. Verschiedene Studien zeigen, dass Cannabis dabei Hilfe bringen kann. 

Viele Menschen haben im Alter Entzündungen im Körper. Chronische Entzündungen sind vermutlich die häufigste Ursache für verschiedene Alterskrankheiten wie Herzinfarkte, Diabetes, Schlaganfälle und Alzheimer – und sind wohl auch für den Vorgang des Alterns selbst verantwortlich. Die zellulare Entzündung breitet sich unbemerkt und schleichend im Körper aus und schädigt so die Zellen des Körpers. THC und CBD, die beiden bekanntesten Cannabinoide der Cannabispflanze, wirken nicht nur entzündungshemmend – sie schützen auch das Nervensystem. Viele Rheuma und Arthritis-Patienten lindern ihre Schmerzen mit Cannabis.

Aber nicht nur das spricht für eine Verwendung von Cannabis im Alter. Wissenschaftler an der Universität in Bonn fragten sich, ob sich die nachlassende Aktivität des Systems durch die Stimulation mit Cannabis umkehren lässt. Sie gaben alten Mäusen THC. «Auf einmal verhalten sich die alten Tiere wie die jungen», sagten die Forscher. Die Lern- und Gedächtnisleistung sei viel besser als die von unbehandelten alten Tieren.

Das liegt im Kern daran, dass die körpereigenen Cannabinoide im Laufe der Jahre weniger werden und das Gehirn altert dadurch schneller. Durch die Gabe von THC wird dieser Prozess sogar umgekehrt. Die Bonner Forscher untersuchen seit rund 15 Jahren an Mäusen das System der Rezeptoren, auf die Cannabis wirken. Alle Ergebnisse zeigten, dass dieses sogenannte Endocannabinoidsystem als Teil des Nervensystems, alle Alterungsprozesse beeinflusst.

Dass die Forschungsergebnisse vielleicht auch auf den Menschen übertragbar sind, dazu gibt es Hinweise aus Israel: Bewohner eines Altersheims mit Appetitlosigkeit und Schlafstörungen wurden mit Cannabis behandelt. Viele der Patienten waren daraufhin auch geistig wesentlich aktiver. Die Erfahrungen haben dazu geführt, dass in Israel Cannabis für geriatrische Patienten unter klinisch kontrollierten Bedingungen untersucht wird.

Mit Hilfe von medizinischem Cannabis können rezeptpflichtige Medikamente reduziert oder sogar abgesetzt werden
Wenn der Körper altert, entstehen viele körperliche und emotionale Probleme, die das Leben schwieriger machen. Oft nehmen Senioren jahrelang verschreibungspflichtige Medikamente, die zum Teil starke und unerwünschte Nebenwirkungen haben. Medizinisches Cannabis kann Schmerzmittel, Antidepressiva, Stimulanzien, Schlafmittel usw. ergänzen oder sogar ersetzen. Es wurde auch aufgezeigt, dass die Wirksamkeit von Medikamenten in Kombination mit Cannabis ansteigt, sodass weniger eingenommen werden muss und die Gefahr einer Abhängigkeit oder Überdosierung abnimmt.

Cannabis ist ein ausgezeichnetes Schmerzmittel. Bei multisymptomatischen Erkrankungen wie Schmerzen und Entzündungen bei Arthritis ist es besonders erfolgreich. Es kann alleine oder in Ergänzung mit anderen Medikamenten eingesetzt werden. Zudem ist Cannabis sehr geeignet um Entzugserscheinungen beim Absetzen von Medikamenten zu lindern.

Die Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis sind überschaubar. Durch die blutdrucksenkende Wirkung auf den Kreislauf besteht bei älteren Leuten ein Risiko für Schwindel und Unfälle wie Stürze. Die je nach Dosierung und Cannabissorte unterschiedlich starke psychotrope Wirkung ist gewöhnungsbedürftig, deswegen ist es wichtig mit medizinischem Cannabis langsam und vorsichtig anzufangen. So kann eine Überdosierung mit Nebenwirkungen wie Panikattacken vermieden werden.

Allgemein zeigt Cannabis keine unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, dafür aber oft eine gegenseitige Verstärkungen des therapeutischen Effekts. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn sie Cannabis einsetzen möchten. Insgesamt ist Cannabis im Vergleich zu anderen Medikamenten ein sicheres und gut verträgliches Arzneimittel. Lediglich bei Herzerkrankungen oder psychischen Vorbelastungen sollte Cannabis nur nach einer gründlichen Nutzen/Risiko-Bewertung eingesetzt werden.

Cannabis verbessert die Stimmung
Das therapeutische Potenzial von Cannabis reicht über seine Fähigkeit hinaus, Schmerzen zu behandeln und den Schlaf zu fördern. Ein weiterer Vorteil für die Nutzer ist die stimmungsaufhellende Wirkung. Dies ist besonders vorteilhaft für ältere Menschen, die häufiger an Depression erkranken. Hier kommt wieder das «Cannabiskraut» ins Spiel. Cannabis zur Behandlung einer Depression ist erforscht und anerkannt. Die Menschen können wieder lachen, das Immunsystem wird gestärkt, der Stress wird abgebaut, die Schmerzen werden gelindert und die Muskeln entspannt. Die Forschung zeigt, dass Lachen die Lebensdauer verlängert. Zudem macht der Konsum von Cannabis gesellig und lässt sie soziale Kontakte aufrechterhalten.

Aus diesen Gründen und der erhöhte Akzeptant durch vielfältige Cannabinoid-Forschungsergebnisse haben inzwischen viele ältere Menschen damit begonnen, ihre Leiden mit Cannabis zu therapieren. Oft werden sie von ihren Enkel auf die medizinische Wirkung von Cannabis aufmerksam gemacht. In den legalen CBD-Shops informieren sich immer mehr Senioren und decken sich mit Produkten ein. Aber gerade bei starken Schmerzen, Krebserkrankungen oder multiple Krankheitsbildern reicht das Cannabinoid CBD nicht aus. Die Wirkstoffe der ganzen Cannabispflanze vor allem auch das illegale Cannabinoid THC werden benötigt. Um dieses zu erhalten muss der Hausarzt eine Sonderbewilligung beim Bundesamt für Gesundheit einholen. Dies ist sehr aufwändig und es ist schwierig einen Arzt zu finden, der den Patienten in seinem Vorhaben unterstützt. Von vielen Ärzten wird medizinisches Cannabis immer noch nicht ernst genommen.

Speziell bei Altersbeschwerden ist Cannabis ein ausgezeichnetes Linderungsmittel mit moderaten Nebenwirkungen. Es ist ein uraltes Heilmittel und hat eine zweite Chance verdient.

Dr. med. Franjo Grotenhermen, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e. V. (ACM) und Geschäftsführer der International Association for Cannabinoid Medicines (IACM) führt in seinen Arbeiten folgende für Senioren relevante Krankheiten und Diagnosen auf bei denen Cannabis wirkt und es gesicherte Erkenntnisse gibt:

Übelkeit und Erbrechen
Anorexie (Appetitlosigkeit)
Kachexie (Abmagerung)
Tumorerkrankungen
neuropathisch/chronische Schmerzzustände wie bei rheumatoider Arthritis oder Tumorschmerzen
Glaukom
Schlaflosigkeit
Autoimmunerkrankungen, Entzündungen und Allergien wie Arthritis
Depressionen
Morbus Alzheimer
Abhängigkeit von Medikamenten und Alkohol


Den oben stehenden Artikel haben wir mit freundlicher Genehmigung der Autorin Franziska Quadri/MEDCAN Schweiz pupliziert.

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MEDCAN verfolgt das Ziel, dass Patienten ungehindert Zugang zu medizinischem Cannabis in geprüfter Qualität zu vernünftigen Preisen erhalten und dieses uneingeschränkt, stress- und straffrei zu sich nehmen können. MEDCAN organisiert monatliche Patiententreffs in Zürich, Bern und Basel. Dabei informieren Fachleute über die medizinische Anwendung und Dosierung von Cannabis und geben den Patienten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

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