Lippenherpes: Kleinkinder bitte nicht anstecken

Lippenherpes und die Enkelin besuchen? Besser nicht! Weil das Immunsystem von Säuglingen noch nicht ausgebildet ist, können die Viren bei ihnen schlimme Krankheiten auslösen.

 |  Roland Peter  |  Gesundheit

Lippenherpes und die Enkelin besuchen? Besser nicht! Weil das Immunsystem von Säuglingen noch nicht ausgebildet ist, können die Viren bei ihnen schlimme Krankheiten auslösen.

Wer Lippenherpes hat, sollte den Kontakt mit Babys meiden. Die Herpes-simplex-Viren, die bei Erwachsenen Lippenbläschen hervorrufen, können bei Säuglingen Mundfäule und Fieber auslösen. Im schlimmsten Fall entzündet sich sogar die Hirnhaut, weil das Immunsystem der Kleinen noch nicht so ausgebildet ist.

Gefährliche Flüssigkeit: Ein Mundschutz hilft

Auch beim Kontakt mit älteren Babys sollten sich an Herpes Erkrankte gründlich die Hände waschen und desinfizieren, da eine Ansteckung auch über die Hände ist möglich, etwa beim Fläschchenzubereiten. Bei einem Treffen mit Säuglingen am besten einen Mundschutz tragen. Höchst ansteckend ist die Flüssigkeit in den Bläschen."Aus ihnen werden die Viren mit dem Speichel durch Tröpfchen übertragen, etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen", sagt Apotheker Weckop.

Wann Erkrankte einen Arzt aufsuchen sollten

Gut behandeln lassen sich die Lippenbläschen mit einer antiviralen Salbe aus der Apotheke oder decken sie mit einem Hydrokolloidpflaster ab. Sobald die Bläschen abheilen und trocken sind, geht die Ansteckungsgefahr zurück. Wer mehr als sechsmal im Jahr an Lippenherpes leidet, die Bläschen länger als zehn Tage bleiben oder wenn sich der Herpes auf Kinn oder Nase ausweitet, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

 

Herpes labialis – vielen bekannt als Lippenherpes, Herpesbläschen oder Fieberbläschen, ist eine Viruserkrankung, die durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 ausgelöst wird. Obwohl 90 bis 95 Prozent der Erwachsenen Kontakt mit Herpes-Viren hatten und so zu Trägern des Virus wurden, bricht die Krankheit nicht bei allen aus. Warum die lästigen Herpesbläschen sich auf dem Lippengewebe erneut bilden können, liegt an der Fähigkeit des Virus, sich im Körper zu verbergen. Bei jedem neuen Ausbruch von Lippenherpes gelingt es immer einigen Herpes-Viren oder Teilen des Virus bis zu den Nervenknoten der Nervenenden vorzudringen. Sind sie dort erst einmal hingelangt, kann das Immunsystem diese wenigen noch im Körper verbliebenen Angreifer nicht mehr erkennen. In den Nervenknoten fallen die Viren in eine Art «Schlafzustand». Doch unter bestimmten Bedingungen können sie reaktiviert werden und erneut Lippenherpes auslösen. Auslöser von Lippenherpes sind zum Beispiel: Infektionserkrankungen, die von Fieber begleitet sind körperlicher und/oder emotionaler Stress hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft oder der Zyklusphasen eine allgemeine Immunschwäche aufgrund anderer schwerer Vorerkrankungen eine starke Belastung der ungeschützten Lippenhaut durch UV-Strahlen Verletzungen des Lippengewebes

 



© All rights reserved. Powered by intermedien.ch

Back to Top