Vorsicht: Fotografieren kann im EU-Raum ziemlich teuer werden! Empfehlung

Dieses Bild könnte im EU-Raum, vor allem in Deutschland, sehr teuer werden. Oder aber die beiden Personen im Hintergrund geben vor dem Knipsen die schriftliche Einwilligung. Foto: Roland Peter Dieses Bild könnte im EU-Raum, vor allem in Deutschland, sehr teuer werden. Oder aber die beiden Personen im Hintergrund geben vor dem Knipsen die schriftliche Einwilligung. Foto: Roland Peter

Digitale Fotografie gilt im EU-Raum ab 25. Mai 2018 als «Datenerhebung». Damit fällt sie unter die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Wer am spanischen Strand knipst oder das Brandenburger Tor für die zu Hause gebliebenen festhalten will, kann sich strafbar machen. Dann nämlich, wenn Personen ohne ihre Einwilligung abgebildet sind. Bis zu 20 Millionen Euro Busse sind möglich.

 In Fachzeitschriften und Foto-Blogs wird schon lange gewarnt: «Überall dort, wo Unbeteiligte oder nur am Rande Beteiligte auf einem Foto zu erkennen sind oder sein könnten, gilt künftig: Vorsicht Kamera!» So ist es im Lead-Digital nachzulesen. Der Grund: In der Europäischen Union tritt am 25. Mai ein neues Gesetz in Kraft. Darin wird das Speichern von Daten geregelt. Und damit auch das Speichern von Bildern auf dem Datenträger der Digitalkamera. Unter den Hobby-Fotografen macht sich Unsicherheit bemerkbar: Und Rechtsanwalt Lars Rieck aus Hamburg schreibt auf Twitter: «Es ist das Ende der Fotografie, wie wir sie kennen ... und mir geht es nicht gut.»

Eigene Frau im Strandkorb - geht nicht mehr
Spanien gilt immer noch als beliebte Destination für Rentnerinnen und Rentner. Allein an der spöttisch  «Costa Geriátrica» genannten Costa Blanca leben zwischen 4000 und 6000 Schweizerinnen und Schweizer. An den herrlichen Stränden von Dénia tummeln sich viele, die das Paradies nach dem Erwerbsleben suchen. Angenommen, so jemand will seine Frau mit der Digitalkamera (oder mit dem Smartphone) im Strandkorb knipsen, dann ist grösste Vorsicht am Platz. Problemlos geht das nur, wenn sich im Hintergrund keine Personen befinden. Andernfalls muss er vor dem «Klick» sämtliche Anwesenden, die vielleicht auf dem Bild zu sehen sind, um schriftliche Einwilligung bitten. Denn die Aufnahme zählt als Datenerhebung und fällt damit unter die DSGVO. In einem themenbezogenen Artikel wird der Datenschutzrechtler David Seiler wie folgt zitiert: «Das Fotografieren einer Person stellt eine Erhebung personenbezogener Daten dar: wie die Person aussieht, Alter, Geschlecht, Rasse, Ort und Datum der Aufnahme, Umstände der Aufnahme wie zum Beispiel Besuch einer Veranstaltung, Zusammensein mit anderen Personen etc.»

Bayern München gegen YB - ohne Foto
Wie absurd die Verordnung formuliert ist zeigt sich auch am Beispiel eines Fussballspieles. Während des (fiktiven) Freundschaftsspieles zwischen Bayern München und den Berner Young Boys wird das Fotografieren praktisch verunmöglicht. Selbst wenn sämtliche Fotografierten auf der Tribüne zustimmten, gibt es laut Experten keine Sicherheit. Und: Wenn nur eine oder einer der Zigtausenden die schriftlich erteilte Zusage zurückzieht, muss das Bild gelöscht werden. 

Für professionelle Fotografen und andere, die sich beruflich mit Fotografie beschäftigen, gibt es Ausnahmen. 

Noch detailliertere Informationen liefert Medienrechts-Anwalt Lars Rieck in seinem Blogeintrag «Wissen zur DSGVO – 7 Tipps für Fotografen».

 

 

Letzte Änderung amDonnerstag, 03 Mai 2018 08:05

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit Stern * zu füllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Nach oben
×

Bleiben Sie informiert.

Seien Sie bei den Ersten, die von speziellen Informationen und exklusiven Angeboten erfahren.

Check out our Privacy Policy & Terms of use
Sie können das kostenlose E-Mail-Abo jederzeit abbestellen.