Ein Hund für Senioren. Was ist zu beachten? (Teil 2): Senior werden will gelernt sein. Empfehlung

Ein Hund für Senioren. Was ist zu beachten? (Teil 2): Senior werden will gelernt sein.

Wann ist man Senior? 

  • Wenn man einen Junior bekommt und automatisch zum Senior wird? Das könnte so zwischen 20 und 30 sein …
  • Wenn die Kinder aus dem Haus sind? Das könnte so zwischen 40 und 50 sein …
  • Wenn man aus dem Arbeitsprozess austritt? Das könnte so zwischen 55 und 65 sein …

In der ersten Phase Senior, zwischen 20. und 30. Lebensjahr, beginnt erst mal das Erwachsenwerden im Sinne von Eltern werden. Man lernt Verantwortung zu tragen für den Junior und dessen Leben, man ahnt was es heisst Senior zu werden. Man ist in der Blüte der körperlichen Kräfte und man lernt gemeinsam mit seinem Kind, wie das Alltags-Leben zu gestalten ist.

In der zweiten Phase Senior, zwischen 40 und 50, beginnt das Frei-Werden von Alltagsverpflichtungen, man spürt welche Freiheit im Loslassen steckt. Man spürt, dass die Körperkräfte weniger werden, man zieht Bilanz aus der Lebensrückschau und zugleich beginnt man den Lebensabend zu planen.

In der dritten Phase Senior, zwischen 55 und 65, wird das Frei-Sein Realität. Mit dieser Freiheit muss man erst einmal lernen umzugehen.

Es ist zwar toll nicht mehr an das Geldverdienen gebunden zu sein, aber welchen Sinn macht das Leben noch?
Woher kommt die Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit?
Was gibt einem nun neuen Lebensinhalt?
Wie soll man das Alleine-Sein leben ohne Einsam zu werden?

Die Körperkräfte lassen deutlich nach, zugleich spürt man sich erfahren und schon ein bisschen weise, aber ist jetzt das stete innerliche Vorwärts-Gehen/Denken schon zu Ende?
Woher und von wem bekommt man jetzt noch Inputs?
Wie kann man seinen Geist noch schärfen?
Wie und wo ist jetzt das so dringende Wachstum bis ans Lebensende möglich auf der Ebene des Körpers, der Seele und des Geistes?

Von überall her bekommt man eine Vielfalt von Senioren-Angebote. Die Familie, Kollegen und die Gesellschaft raten einem zum Leben geniessen. Man kann nur zugreifen, sich fallen lassen, zurücklehnen und nichts mehr tun …
Spätestens an diesem Punkt erkennt Senior, dass das Nichts-Tun und nur konsumieren keinen Lebenssinn, keinen Lebensinhalt beinhalten kann!

Um aus dem Alleine-Leben heraus zu kommen, kann die Entscheidung, sein Leben nun mit einem treuen vierbeinigen Begleiter zu teilen, ein Anfang zu einer neuen sinnvollen Lebensgestaltung sein.
Es gilt abzuwägen wie man seine Freiheit leben will. Möchte man viel reisen und ständig unterwegs sein, dann ist es wichtig, dass man sich eine Patenfamilie für seinen Hund sucht, oder man verzichtet dann doch lieber noch etwas auf den Vierbeiner, bis man seine Reisebedürfnisse gestillt hat und bis man bereit ist, genug Zeit und Musse aufzubringen für ein Leben mit Hund.

Sehnt man sich vor allem nach sozialen Kontakten, nach gemütlichem beisammen sein, etwas miteinander unternehmen wo auch der Hund mit darf, dann sind das beste Voraussetzungen mit dem Sozialpartner Hund sein Rentenleben kreativ gestalten zu können.
Gestaltet man sein Leben aktiv, ist man auch nicht mehr auf die Senior-Angebote angewiesen. Sicher kann man sich das eine oder andere herauspicken und mitmachen, aber man wird, oder bleibt nicht abhängig vom Konsumieren.

Senior darf, soll und muss sein eigenes Leben neu gestalten! Dabei bleibt man seelisch und geistig fit und erträgt dabei den körperlichen Abbau mit leisem, sich selbstverstehendem Lächeln …
Öffnet man sich seiner Umgebung, der Welt, bekommt man ganz selbstverständlich im Alltag diese und jene Handreichung, sei das Koffer tragen, Sitzplatz im Bus wird einem angeboten, Türen werden einem offen gehalten, man wird gefragt: „geht das so für Sie,- soll ich Ihnen helfen?“… das sind die Rosinen im Senioren-Leben!

Meine Persönlichen Erfahrungen:

Es war eine sehr schwierige Zeit nach dem Burnout und der Früh-Rente.
Keine Stunde vermisste ich meinen geliebten Beruf, aber die Sinnlosigkeit meines Lebens machte mich sehr traurig, ja manchmal richtiggehend verzweifelt.
Die Senioren-Angebote erschienen mir als Schubladen wo ich jetzt hineingesteckt werden und geniessen sollte und auf jeden Fall mich dankbar und still zu verhalten habe!
Das konnte doch nicht die End-Summe meines Lebens sein?!

Niemals mehr wollte ich in das Wirtschaftsgetriebe hineingezogen werden, da zu leben wo Kredo ist: je mehr arbeiten desto enger im Denken werden, je mehr Geld verdienen, desto mehr konsumieren, immer zwischen bestehen müssen und in Angst vom Versagen funktionieren! – nein das war keine Rentner-Option!

Dem Wirtschaftsdenken mit seinen Schattenseiten wollte ich den Rücken kehren und NIEMALS mehr etwas für Geld tun!  Ich begann mein Leben neu zu gestalten, es machte so viel Spass wieder kreativ zu denken! Meine Hunde gaben mir damals einen strukturierten Alltag und einen sinnvollen Lebensinhalt. Die Beiden brauchten eine gute Erziehung und optimale Betreuung. Mit den Hunden besuchte ich Hundeschulen, Seminare, Weiterbildungen. Ich kam in Kontakt mit Menschen jeglichen Alters und meine Lebenserfahrung war sehr willkommen.

Ich wollte viel reisen, natürlich nur Reisen organisieren/machen welche gemeinsam mit den Hunden möglich waren. Einmal im Leben einen Winter am Meer verbringen, das war ein Jugendtraum von mir. Träume soll man sich erfüllen, nicht dass ich mich in den letzten Momenten meines Lebens reuig sein würde etwas nicht getan zu haben! Und dann genau wegen dem noch einmal auf die Welt kommen zu müssen, und erst noch als Baby beginnen – nein, das schien mir keine Option für die letzte Lebensphase!

vw senioren internet

Als erstes kaufte ich mir ein Auto, wo ich bequem lange sitzen konnte und das bestens für Hunde eingerichtet wurde. Meine sozialen Kontakte im Netz (facebook) kamen mir sehr zu Hilfe. Ich bekam Tipps wohin ich wie und wann am besten reisen könnte und wo ich auch mit zwei grossen Hunden willkommen wäre. Durch den Austausch mit Menschen einer anderen Kultur, meinem neuen Leben in Ostfriesland, ist mein Geist stets in Bewegung und ich darf Neues, Unbekanntes kennen lernen, werde im Alltag gefordert und gefördert. 

Juist BlockfloetenIm Moment leite ich das Blockflöten-Orchester-Juist, mit gleichgesinnten Kollegen gründeten wir die Interessengemeinschaft «Hunde auf Juist», meine Fotos der Hunde und der Insel erfreuen viele Menschen, ich werde tagtäglich auf der Strasse von Gästen angesprochen, daraus ergeben sich oft wunderbare Kontakte und auch neue Freundschaften. 

Mein Alt-Werden entwickelt sich zu einem spannenden Abenteuer mit hoher Lebensqualität! Mein neues Leben gibt mir das Gefühl ein ewig junger Mensch zu sein, wohl mit weniger Körperkraft, dafür aber mit viel Lebenserfahrungen, welche ich in die Gesellschaft einbringen darf und welche mich, so hoffe ich doch, bis hin zu Weisheit führen werden.

 

Letzte Änderung amMittwoch, 27 Juni 2018 18:00

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